Projekt im Fokus: Neue Wasserleitung Stuttgart-Botnangv

Wenn Infrastruktur unter der Straße altert, beginnt echte Bauarbeit – sichtbar, planbar, nachhaltig. In Stuttgart-Botnang erneuert VOHL Straßenbau auf rund 330 Metern eine zentrale Wasserleitung – in vier Bauabschnitten, unter Vollsperrung und mit klarem Blick auf Qualität, Sicherheit und Anwohnerkommunikation.

Die Trinkwasserversorgung gehört zu den unsichtbaren Selbstverständlichkeiten unseres Alltags. Erst wenn Leitungen erneuert werden müssen, wird sichtbar, welcher logistische, technische und planerische Aufwand dahintersteckt. In der Vaihinger Landstraße in Stuttgart-Botnang setzt VOHL Straßenbau aktuell ein Projekt um, das beispielhaft zeigt, wie kommunaler Tiefbau heute funktioniert: aufgeteilt in vier Bauabschnitte, koordiniert mit Versorgern und Anwohnern, ausgeführt mit moderner Technik und unter konsequenter Vollsperrung im Arbeitsbereich.

Ausgangslage: Warum eine neue Wasserleitung notwendig wird
Die bestehende Wasserleitung in der Vaihinger Landstraße hat über Jahrzehnte zuverlässig gedient. Doch wie bei vielen Versorgungsleitungen im Bestand zeigen sich mit den Jahren typische Alterungserscheinungen: Materialermüdung, sinkende Druckstabilität, erhöhter Wartungsbedarf und ein steigendes Risiko von Rohrbrüchen. Statt punktueller Reparaturen entscheiden sich Kommunen und Versorger zunehmend für eine grundlegende Erneuerung – wirtschaftlich sinnvoll, planungssicher und nachhaltig.

Für Stuttgart-Botnang bedeutet das: Auf rund 330 Metern wird eine komplett neue Leitung verlegt, die die langfristige Trinkwasserversorgung des Quartiers absichert. Das Projekt fügt sich ein in die strategische Erneuerung kommunaler Infrastrukturen, die in vielen Städten parallel zur Verkehrs- und Energiewende stattfindet – häufig im Schatten medialer Großprojekte, aber von erheblicher Bedeutung für die tägliche Versorgungssicherheit.

Die Zahlen hinter der Baustelle
Was nach außen wie ein langer Graben aussieht, ist in der Ausführung ein präzise kalkuliertes Bauvorhaben. Die Eckdaten:

  • Länge der neuen Wasserleitung: ca. 330 Meter
  • Grabenbreite: 1,10 Meter
  • Grabentiefe: 1,30 Meter
  • Aushubvolumen: rund 500 Kubikmeter
  • Materialmenge: entspricht etwa 1.000 Tonnen Aushub
  • Bauabschnitte: 4
  • Verkehrsführung: Vollsperrung der Vaihinger Landstraße im jeweiligen Abschnitt

Diese Zahlen verdeutlichen die Dimension: 1.000 Tonnen Aushub entsprechen rund 50 LKW-Ladungen, die im Verlauf des Projekts bewegt, geprüft, klassifiziert und – soweit möglich – einer Wiederverwertung zugeführt werden. Genau hier greift der Ansatz, den VOHL bereits in anderen Projekten konsequent verfolgt: Tiefbau als Teil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft, in der Aushubmaterial nicht pauschal entsorgt, sondern nach Möglichkeit aufbereitet und wiederverwendet wird.

Bauablauf in vier Abschnitten
Eine Vollsperrung über 330 Meter am Stück wäre weder verkehrlich noch logistisch sinnvoll. Deshalb wurde das Projekt in vier Bauabschnitte unterteilt. Diese Unterteilung erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig:

1. Verkehrliche Entlastung
Indem immer nur ein definierter Abschnitt voll gesperrt wird, bleiben Umleitungen kürzer und der Eingriff in den lokalen Verkehrsfluss kalkulierbar. Anwohnerinnen und Anwohner, Lieferverkehr sowie Rettungsdienste werden frühzeitig informiert und über klar ausgeschilderte Umleitungen geführt.

2. Bauliche Steuerbarkeit
Jeder Abschnitt durchläuft die gleichen Arbeitsschritte: Aufbruch der bestehenden Fahrbahn, Aushub des Grabens, Verlegung der neuen Leitung, Druckprüfung und Inbetriebnahme, Verfüllung, Wiederherstellung des Straßenaufbaus. Diese Sequenz lässt sich pro Abschnitt sauber abarbeiten – mit klaren Übergaben und Qualitätskontrollen.

3. Reduzierung der Belastung für Anwohner
Lärm, Staub und eingeschränkte Erreichbarkeit sind nie ganz vermeidbar. Durch die Abschnittsbildung bleiben sie jedoch räumlich und zeitlich begrenzt. Für die direkt betroffenen Haushalte und Gewerbetreibenden ist das ein spürbarer Unterschied.

4. Sicherheit im Arbeitsbereich
Eine Vollsperrung ist aus Sicht des Arbeitsschutzes der sicherste Zustand: keine durchfahrenden Fahrzeuge im Gefahrenbereich, klar abgegrenzte Arbeitszonen, definierte Zugänge. Damit setzt VOHL den Sicherheitsanspruch konsequent um, der bereits in anderen Projekten Maßstab ist – Schutz für Mitarbeitende und Verkehrsteilnehmer in jeder Phase.

Technische Umsetzung: Vom Aufbruch bis zur Wiederherstellung
Der eigentliche Leitungsbau folgt einem präzisen technischen Ablauf. Bei einer Grabenbreite von 1,10 Metern und einer Tiefe von 1,30 Metern bewegt sich das Projekt im klassischen kommunalen Tiefbau – mit allen Anforderungen an Standsicherheit, Verbau und Bettung.

Aufbruch und Aushub: Die bestehende Asphalt- bzw. Pflasterdecke wird sauber geschnitten und abgetragen. Der Aushub erfolgt maschinell, wird kontinuierlich geprüft und – je nach Bodenklasse – fachgerecht zwischengelagert oder direkt abgefahren.

Leitungsverlegung: Die neue Leitung wird auf einem definierten Bettungsmaterial verlegt, das Druckverteilung und Schutz vor punktuellen Belastungen sicherstellt. Verbindungen werden nach Herstellervorgaben hergestellt und dokumentiert.

Druckprüfung: Vor der Verfüllung wird die Leitung einer Druckprüfung unterzogen. Erst nach erfolgreicher Abnahme erfolgt der nächste Arbeitsschritt – ein Standardverfahren, das spätere Leckagen praktisch ausschließt.

Verfüllung und Wiederherstellung: Der Graben wird lagenweise verfüllt und verdichtet. Anschließend wird der Straßenaufbau gemäß den Vorgaben wiederhergestellt – Tragschicht, Binder- und Deckschicht oder, je nach Bereich, Pflasterung. Hier kommt das Kernhandwerk von VOHL zum Tragen: Straßen- und Pflasterbau in normgerechter Qualität.

Koordination mit allen Beteiligten
Ein Projekt dieser Art ist nie nur eine Sache zwischen Bauunternehmen und Versorger. Eingebunden sind unter anderem:

  • der Wasserversorger als Bauherr
  • die Stadt Stuttgart bzw. die zuständigen Ämter (Tiefbau, Verkehr, Ordnung)
  • Polizei und ggf. Verkehrsbetriebe für die Verkehrslenkung
  • Anlieger, Gewerbetreibende und Anwohner
  • weitere Versorger (Strom, Gas, Telekommunikation), deren Leitungen im selben Straßenraum liegen

Gerade der letzte Punkt erfordert besondere Sorgfalt. Im urbanen Untergrund liegen Leitungen verschiedener Medien oft eng beieinander. Spartenpläne werden ausgewertet, vor Ort durch Suchschachtungen verifiziert und im Bauablauf berücksichtigt. So lassen sich Beschädigungen Dritter zuverlässig vermeiden.

Was Anwohner und Verkehrsteilnehmer wissen sollten
Für die Zeit der Vollsperrung der Vaihinger Landstraße im jeweiligen Bauabschnitt gilt:

Anlieger erreichen ihre Grundstücke in Abstimmung mit der Bauleitung

Umleitungen sind ausgeschildert und führen den Durchgangsverkehr großräumig um die Baustelle.

Fußgänger werden über gesicherte Wege an der Baustelle vorbeigeführt.

Vohl Straßenbau – Familiengeführt, leistungsstark, verlässlich.
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