Projekt im Fokus: Bauvorhaben Paprikastraße, Heumaden
Mit dem Bauvorhaben in der Paprikastraße betritt VOHL Straßenbau technisches Neuland: Erstmals führt das Unternehmen die Umlegung eines Eikanals der Dimension 500/750 inklusive vier Schachtbauwerken aus.
Umlegung eines Abwasserkanals in Stuttgart-Heumaden – ein Premierenprojekt für VOHL Straßenbau
Auf rund 60 Metern Länge entsteht ab März 2026 ein neuer Abschnitt der Stuttgarter Kanalinfrastruktur – ein Projekt, das die Bandbreite des Tiefbaukompetenz von VOHL erweitert und zugleich exemplarisch zeigt, wie anspruchsvolle kommunale Infrastrukturmaßnahmen geplant und umgesetzt werden.
Ein Projekt mit Signalwirkung
In Stuttgart-Heumaden steht eine Baumaßnahme an, die in mehrfacher Hinsicht besonders ist. Die Umlegung eines bestehenden Abwasserkanals in der Paprikastraße ist nicht nur eine technisch anspruchsvolle Aufgabe – sie markiert auch einen Meilenstein für VOHL Straßenbau: Es handelt sich um die erste Baumaßnahme dieser Art, die das Unternehmen in eigener Verantwortung umsetzt.
Geplanter Baubeginn ist der 19. März 2026, die Fertigstellung ist für Ende April 2026 vorgesehen. In diesem engen Zeitfenster wird ein technisch komplexes Vorhaben realisiert, das sowohl ingenieurtechnisches Know-how als auch koordinative Präzision verlangt.
Was steckt hinter dem Begriff „Kanalumlegung“?
Eine Kanalumlegung bedeutet, dass ein bestehender Abwasserkanal nicht mehr seine ursprüngliche Trasse behält, sondern verlegt – also umgelegt – wird. Gründe dafür sind vielfältig: Neubauten, geänderte Verkehrsführungen, hydraulische Optimierungen oder altersbedingter Sanierungsbedarf können eine Umlegung erforderlich machen.
Für die Bauausführung heißt das: Es genügt nicht, einen neuen Kanal zu verlegen. Vielmehr müssen mehrere Arbeitsschritte ineinandergreifen:
- Tiefbauarbeiten zur Schaffung der neuen Trasse
- Herstellung der Schachtbauwerke als zentrale Knotenpunkte des Kanalsystems
- Verlegung des neuen Kanalprofils unter Berücksichtigung von Gefälle, Statik und Materialvorgaben
- Anbindung an das bestehende Netz ohne nennenswerte Beeinträchtigung des laufenden Betriebs
- Außerbetriebnahme und ggf. Verfüllung des alten Kanalabschnitts
- Oberflächenwiederherstellung im Straßenraum
Jeder dieser Schritte verlangt enge Abstimmung zwischen Planung, Ausführung und Auftraggeber.
Der Eikanal 500/750 – ein besonderes Profil
Das in Heumaden verbaute Kanalprofil ist ein sogenannter Eikanal mit den Innenmaßen 500/750 Millimeter. Die Bezeichnung verweist auf die charakteristische, an ein stehendes Ei erinnernde Querschnittsform – schmaler im unteren, breiter im oberen Bereich.
Diese Bauform hat hydrotechnische Vorteile, die sie insbesondere für Mischwasserkanäle prädestinieren:
- Hohe Selbstreinigungswirkung bei Trockenwetter: Durch das schmale Sohlprofil bleibt die Fließgeschwindigkeit auch bei geringen Wassermengen ausreichend hoch, sodass Ablagerungen minimiert werden.
- Aufnahmekapazität bei Starkregen: Der weitere obere Querschnitt sorgt für ausreichend Volumen, wenn die Abwassermengen ansteigen.
- Statische Robustheit: Die ovale Form verteilt Erddruck und Verkehrslasten günstig.
Der Bau eines Eikanals ist deshalb anspruchsvoller als der einer einfachen Rohrleitung mit kreisrundem Querschnitt. Materialwahl, Bettung, Verlegegenauigkeit und Anschluss an die Schachtbauwerke müssen exakt aufeinander abgestimmt sein.
Vier Schachtbauwerke auf 60 Metern – ein dichtes Netz an Knotenpunkten
Die Baumaßnahme umfasst auf rund 60 Metern Länge vier Schachtbauwerke. Diese Schächte sind weit mehr als bloße Zugangsöffnungen: Sie sind funktionale Knotenpunkte im Kanalsystem. Hier laufen Leitungen zusammen, hier können Wartungs- und Inspektionsarbeiten erfolgen, hier wird das Gefälle kontrolliert geführt.
Die vergleichsweise hohe Dichte an Schachtbauwerken auf kurzer Strecke deutet darauf hin, dass im betroffenen Streckenabschnitt mehrere technische Anforderungen zusammentreffen – etwa Richtungsänderungen, Höhenversätze oder Anschlussstellen. Jedes dieser Bauwerke muss in Beton hergestellt, exakt eingemessen und in das Kanalprofil eingebunden werden.
Erste Baumaßnahme dieser Art – warum das relevant ist
Für VOHL Straßenbau ist das Projekt in der Paprikastraße eine Premiere. Bislang lagen die Schwerpunkte des Unternehmens im klassischen Straßen-, Pflaster- und Tiefbau sowie im Kanalbau in seiner üblichen Form. Die Umlegung eines Eikanals mit mehreren Schachtbauwerken stellt eine technische Steigerung dar – und damit eine bewusste Weiterentwicklung des Leistungsportfolios.
Was bedeutet das konkret?
- Erweiterung der Kompetenzfelder: Mit der Ausführung dieser Maßnahme baut VOHL das eigene Know-how im anspruchsvollen Kanalbau weiter aus.
- Vertrauen des Auftraggebers: Die Vergabe eines solchen Projekts setzt voraus, dass der Auftraggeber – die öffentliche Hand – das Unternehmen für leistungsfähig hält. Das ist ein Vertrauensbeweis und zugleich eine Verpflichtung.
- Referenzcharakter: Erfolgreich abgeschlossene Pilotprojekte sind die Grundlage für zukünftige Ausschreibungen vergleichbarer Maßnahmen.
Gerade für ein regional verwurzeltes Familienunternehmen ist die Bereitschaft, neue technische Herausforderungen anzunehmen, ein wichtiges Signal – an Mitarbeitende, Auftraggeber und den Markt.
Bauen im urbanen Umfeld – die unsichtbaren Anforderungen
Eine Baumaßnahme in einer Wohn- und Erschließungsstraße wie der Paprikastraße ist nie nur Tiefbau. Sie ist immer auch ein Eingriff in den Alltag der Anwohnerinnen und Anwohner, in Verkehrsströme und in das Zusammenspiel verschiedener Leitungsträger.
Zu den typischen Anforderungen in einem solchen Umfeld gehören:
- Verkehrslenkung und -sicherung während der Bauzeit
- Berücksichtigung weiterer Leitungen (Gas, Wasser, Strom, Telekommunikation) im Untergrund
- Erschütterungs- und Lärmminimierung
- Erreichbarkeit von Grundstücken für Anwohner, Müllabfuhr und Rettungsdienste
- Koordination mit kommunalen Stellen und ggf. weiteren Gewerken
Diese Aspekte fließen in die Bauablaufplanung ein, lange bevor der erste Bagger anrückt. Wie bereits in unserem Beitrag zur Baustellensicherheit dargestellt, betrachtet VOHL Sicherheit und Rücksichtnahme als integrale Bestandteile jeder Maßnahme – nicht als Zusatz.
Der Zeitplan: vom 19. März bis Ende April 2026
Mit einem Zeitfenster von rund sechs Wochen ist die Maßnahme eng getaktet. Der Baubeginn am 19. März 2026 ist bewusst in das Frühjahr gelegt – Witterungsverhältnisse und Bodentemperaturen sind dann in der Regel günstig für Tiefbau- und Betonarbeiten. Die geplante Fertigstellung Ende April 2026 lässt erkennen, dass alle Gewerke parallel und präzise verzahnt arbeiten müssen.
Ein solcher Zeitplan funktioniert nur, wenn:
- die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber reibungslos läuft.
- Materiallieferungen termingerecht erfolgen,
- Personal und Gerät in ausreichender Kapazität verfügbar sind,
- Witterungsrisiken eingeplant werden,
- die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber reibungslos läuft.
